Sieben von zehn offenen Stellen, die rechnerisch nicht besetzt werden können, entfallen in Deutschland auf kleine und mittlere Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Untersucht wurden Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten.
Die Zahlen verdeutlichen, wie stark gerade der Mittelstand unter dem Fachkräftemangel leidet. Von 2016 bis 2025 ist die Fachkräftelücke in kleinen und mittleren Unternehmen bundesweit um 51 Prozent gewachsen. Für die betroffenen Betriebe bedeutet das nicht nur zusätzliche Arbeit für die vorhandenen Beschäftigten. Fehlendes Personal kann auch dazu führen, dass Aufträge abgelehnt, Öffnungszeiten eingeschränkt oder notwendige Investitionen und Wachstumsvorhaben verschoben werden müssen.
Ausbildung bleibt ein entscheidender Schlüssel
Eine zentrale Rolle bei der Fachkräftesicherung spielt die betriebliche Ausbildung. Doch auch hier zeigt sich eine problematische Entwicklung: Im Jahr 2023 beschäftigten nur noch rund 18 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen Auszubildende.
Neben unbesetzten Ausbildungsplätzen fehlen gerade kleineren Betrieben häufig die personellen und finanziellen Ressourcen, um selbst auszubilden. Wer mehr Ausbildungsplätze schaffen will, darf deshalb nicht nur an die Unternehmen appellieren. Die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass Ausbildung für kleine Betriebe organisatorisch und wirtschaftlich leistbar bleibt.
Kleine Unternehmen brauchen bessere Rahmenbedingungen
Der Europaverband der Selbständigen fordert eine Fachkräftestrategie, die die besondere Situation kleiner und mittlerer Unternehmen stärker berücksichtigt.
Dazu gehören weniger Bürokratie bei Ausbildung und Beschäftigung, eine spürbare Begrenzung der Lohnnebenkosten sowie schnellere und verlässlichere Verfahren bei der Einwanderung qualifizierter Fachkräfte. Gleichzeitig müssen die berufliche Bildung gestärkt, Weiterbildung erleichtert und die Voraussetzungen dafür verbessert werden, dass ältere Beschäftigte auf freiwilliger Basis länger im Arbeitsleben bleiben können.
Kleine und mittlere Unternehmen sichern Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Wertschöpfung bei. Bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels dürfen sie deshalb nicht allein gelassen werden.
Den vollständigen Beitrag des Informationsdienstes des Instituts der deutschen Wirtschaft finden Sie hier:
https://www.iwd.de/artikel/grosse-fachkraefteluecke-im-mittelstand-686098/