Berlin, 28.09.2026. Der Europaverband der Selbständigen – Deutschland (ESD) e.V. kritisiert die im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 geplanten Kürzungen bei der Innovationsförderung für kleine und mittlere Unternehmen. Im Mittelpunkt steht das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Weil die Nachfrage die verfügbaren Mittel übersteigt, nimmt das Bundeswirtschaftsministerium bereits seit dem 7. Juli 2026 vorübergehend keine neuen Anträge mehr an. Dennoch sollen die Mittel für ZIM und das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen im kommenden Jahr von rund 558,4 auf rund 539 Millionen Euro sinken.
„Das passt nicht zusammen“, erklärt ESD-Präsident Timo Lehberger. „Wenn ein Programm schon im Juli gestoppt werden muss, weil das Geld nicht reicht, und seine Wiederöffnung vom nächsten Haushalt abhängt, dann kann die Antwort nicht eine weitere Kürzung sein.“
Auch das übergeordnete Haushaltskapitel „Wirtschaftswachstum für Industrie und Mittelstand“ soll von rund 1,85 auf rund 1,80 Milliarden Euro zurückgehen. Aus Sicht des ESD steht das im Widerspruch zur seit Jahren geführten Debatte über schwaches Wachstum, Investitionszurückhaltung und die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands. Gerade Programme, die private Investitionen und eigene Entwicklungsarbeit der Unternehmen anstoßen, brauchen deshalb eine verlässliche Ausstattung.
„Wachstum entsteht nicht durch Appelle an die Wirtschaft, sondern dort, wo Unternehmer investieren, entwickeln und Risiko tragen“, so Lehberger. „Wer das will, muss es auch im Haushalt zeigen.“
Der ESD fordert den Bundestag auf, die geplanten Kürzungen im parlamentarischen Verfahren zu korrigieren und die Innovationsförderung an der tatsächlichen Nachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen auszurichten.